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"Die Zweckeler Geschichte"



Die Expansion Roms durch Kaiser Augustus in Germanien, wurde im Jahr 9 n.Chr. durch germanische Stämme gestoppt. Die entscheidende Schlacht (bis heute nicht eindeutig geklärt) fand am Rande des Teuteburger-Waldes, in Kalkriese bei Osnabrück oder am Rande des Münsterlandes statt. Die Römer hatten Rheinaufwärts bei Neuß und Xanten befestigte Militärlager. Sind hiernach an der Lippe gen Osten vorgedrungen, wobei ein großes Millitärlager in Haltern am See errichtet wurde. Drei hier stationierte römische Legionen wurden in Schlachten durch germanische Stämme aufgerieben und vernichtend geschlagen. Hieran waren wohl die Germanen vom Stamme der Brukterer mitentscheidend beteiligt. Diese Brukterer lebten in der Region zwischen Lippe und Ruhr, eben auch im späteren Zweckel.

Der 713 n.Chr. in Kaiserswerth bei Düsseldorf gestorbene Bischof Suitbert, versuchte zu Lebzeiten diese Region zu missionieren. Er lies kirchliche Gebäude errichten, wurde aber durch den Einfall von Heiden aus Sachsen in seiner Missionierung zurück geworfen. Die Sachsen hielten Einzug in unsere Region. Im 9. Jahrhundert wurde das Sachsenland durch "Karl dem Großen" erobert, wobei das Bistum Köln die Herrschaft über unsere Region bekam. Es entstanden zahlreiche Bauernschaften (Ansammlungen von Bauernhöfen) in diesem Bereich, so auch in Zweckel.

Zweckel hatte neben kultivierten Ländereien auch dichte Eichenwälder, die für die Schweine-Viehzucht interessant waren. Diese Eichenwälder waren der Grund für den Namen Zweckel. In einem Hebebuch aus dem Jahr 1150 findet man den Namen Swekelo von dem sich Suekelo ableiten lässt, dass soviel wie Schweine- Eichen- Wald bedeuten soll.

Man fand in einem Verzeichnis von 1200 des damals in Dorsten befindenen Reichshofes, eine Auflistung von abgabenpflichtigen Höfen. Hier wurden Bauern mit den Namen Döwelinc (Döweling), in ten Busch (Tenbusch), in ten Hagen (Hagemann), Schmydt to Breyk (Schmittobreick), Droste (Börmann), de Breick (Breick gen. Ostrop), Vrelinctorpe (Große Frintrop), Schwekel aufgelistet.

In Horneburg, im Kreis oder Vest Recklinghausen tauchten um 1660 Namen wie Berkenstock, Brinkmann, Nihe, Lunemann, Kikenberg, Hellentorf, Bockers, Altenhölscher, Bellingröhr, Claß, Leineweber, Hegemann, Emschermann, Gahlen, Ortbauer, Schröer auf den Kämpen, Spieker, Tauschlag, Schwekel, Luggenhölscher, Brinkmann, Otte, Mering-Ostrop, Schlüter und Heitfeld auf. In späteren Aufzeichnungen kamen Namen wie Löns, Sporkmann, achter dem Feld, Weimann, Wormland, Dume, Kruse, Rademacher und Holländer hinzu.

Die Bauernschaft Zweckel war mit der Bauernschaft Rentfort, Ellinghorst, Butendorf und Braubauer (heute Brauck) um das Kirchspiel des Dorfes Gladbeck angesiedelt. Im Zentrum des Kirchspieles stand die St. Lamberti-Kirche.

Als im Ruhrgebiet die Industrialisierung begann, wuchs auch in Zweckel die Anzahl der Menschen rapide an. In Gladbeck wurden die Zechen Moltke, Mathias-Stinnes, in Rentfort die Zeche Möller und in Zweckel auf den Feldern der Bauern ???? die Zeche Potsdamm (Zeche Zweckel) 1908 abgeteuft. In wenigen Jahren wurden große Zechen-Siedlungen in Zweckel errichtet und 1914 die neue katholische Herz-Jesu- Kirche eingeweiht. Als am 1.08.1914 die Mobilmachung zum 1. Weltkrieg angeordnet wurde, mussten auch viele Zweckeler Männer Richtung Front antreten.


Ende des Steinkohlenbergbaus in Zweckel war der 1 März 1963.



Alte Familiennamen aus der Bauernschaft Zweckel.


Vrelinctorpe (Große-Frintrop oder Brahmshof),
in ten Hagen (Hagemann),
de Breick (Breick gen. Ostrop),
Droste (Börmann),
Schmydt to Breyk (Schmittobreick),
Schwekel Kotten an der Haydnstr.(heute Kotten Schnarewski),
in ten Busch (Tenbusch),
Döwelinc (Döweling),
Altenhölscher (Jockenhöfer),
Altenhölscher (vorm. Brinkmannn),
Bellingröhr (Unterberg),
Berkenstock, (Kotten, war später Kindergarten, abgerissen),
Bockers (Breik-Bürker später Murrenhoff),
Brinkmannn (Potthast),
Claß (heute Kotten an der Weiherstr.),
Emschermann (Bombeck),
Gahlen (ehemals Schmiede an der Feldhauserstr.),
Hellentorf (Hasebrink),
Hegemann (Bauernhof an der Bülserstr.),
Heitfeld (an der Bergstr.),
Kikenberg (Kotten an der Zeche Zweckel, später neuer Kotten an der Feldhauserstr.),
Leinenweber (Kotten an der Schulstr.),
Lunemann (Große-Ophoff),
Luggenhölscher,
Mering-Ostrop (Bauernhof an der Feldhauserstr.),
Nihe (Nie),
Ortbauer (Wehling-Kikenberg),
Otte (Boßler),
Reuter (Rüter Weiherstr.),
Schröer auf den Kämpen (heute Herz-Jesu-Kirche),
Schwekel (Eggebrechtstr.),
Spieker (Kotten an der Spiekerstraße, abgerissen 2010),
Tauschlag (Rottstr.)(später Strangemann, heute Kotten Fritsche),
Schlüter (später Volkhausen),
Holländer (Feldhauserstr.),
Rademaker (Rommeswinkel),
achter dem Feld (Kotten Otto, Gluckstr.),
in der Weide (Weimann),
Wormland,
Sporkmann,
Dume,
Kruse,
Löns,
Söller, heute steht die Jordan-Mai-Schule (vormals Overbergschule) auf dem Gelände des kotten Söller.



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